Tierische Helfer im Garten – Nützlinge wie Igel, Marienkäfer, Bienen und Vögel fördern das ökologische Gleichgewicht.

Ratgeber

Tierische Helfer im Garten

Igel, Marienkäfer, Bienen, Regenwürmer & Co.: Welche tierischen Helfer Ihren Garten gesund halten, wie Sie Nützlinge fördern und Schädlinge auf natürliche Weise bekämpfen.

Marienkäfer als nützlicher Schädlingsfresser im Garten – vertilgt jede Menge Blattläuse auf natürliche Weise.

Schädlingsfresser: Marienkäfer und Co.

Schädlinge können Pflanzen arg zusetzen, wenn sie nicht gestoppt werden. Nützliche Insekten fressen gern Schädlinge. Am bekanntesten ist der Marienkäfer, der jede Menge Blattläuse frisst. Weitere Insekten, die zu einem hohen Ernteertrag beitragen, sind etwa Kreuzspinnen, Schwebfliegen und Gallmücken. Des Weiteren halten Schlupf- und Grabwespen die Blatt- und Schildlauspopulation gering und verspeisen Larven von Kohlweißlingen sowie Zikaden.

Um mehr Marienkäfer in den Garten zu holen, kann man Zinnien anpflanzen, beispielsweise zwischen Gemüsebeeten wie Blumenkohl, Brokkoli und Blattgemüse.

Neben Marienkäfern sind auch Libellen nützliche Tiere für den Garten. Sie ernähren sich von Blattläusen. Die Läuse saugen Pflanzensaft aus, wodurch es oft zu Folgeschäden wie Schimmelerkrankungen kommt. Dies ist ein Problem, gegen das ausgewachsene Libellen auf nachhaltige Weise vorgehen. Nebenbei bemerkt sind Libellen für den Menschen ungefährlich. Entgegen mancher Behauptungen sind sie weder giftig, noch übertragen sie Krankheiten.

Igel im Garten – nachtaktiver Nützling, der Schnecken und kleine Schädlinge frisst.

Stachelig, aber nützlich: Der Igel

So sehr Schnecken auch die Hauptfeinde einer erfolgreichen Ernte sein können, sind sie auch das Lieblingsessen der putzigen Igel. Die nachtaktiven Tiere essen diverse kleine Schädlinge. Ausgewachsene, gesunde Igel sind völlig selbstständig in der Lage, Nahrung zu suchen. Findet man allerdings ein krankes Tier, sollte man eine Igelstation oder einen Tierarzt kontaktieren. Bekanntermassen halten Igel von November bis März Winterschlaf und möchten dafür gemütliche Nester – etwa in Laubhaufen, Hecken, unter Dornengestrüpp oder in Baumwurzeln. Solche Orte sollte man nicht beseitigen, wenn man möchte, dass Igel einem im Sommer zur Hilfe kommen.

Generell sollte ein Komposthaufen Teil eines Gartens sein: Der aus Garten- und Küchenabfällen entstehende Humus lockt Insekten, Würmer, Vögel und Blindschleichen an. Dies trifft auch auf Frucht tragende Hecken und Reisighaufen zu. Zusätzlich kann ein spezielles Igelhaus aufgestellt werden, welches man bauen oder kaufen kann. Allgemein brauchen nützliche Gartentiere geschützte Lebensräume und genügend Nahrung. Deshalb ist es nicht hilfreich, den Rasen häufig und penibel zu mähen.

Kreuzspinne im Netz – natürlicher Schädlingsjäger und Nützling im Garten.

Spinnen

Spinnen gehören zu den bekanntesten Schädlingsjägern. In ihren Netzen verfangen sich Insekten in großer Zahl, darunter auch solche, die Pflanzen schaden. Am häufigsten kommt im Garten die Kreuzspinne vor, die Sie am charakteristischen Kreuz auf dem Rücken erkennen können.

Vögel im Garten als Nützlinge – sie dezimieren Schädlinge und Schnecken und füttern Larven an ihre Jungen.

Vögel

Neben Insekten sind auch Vögel in der Lage, Schädlinge zu dezimieren. Sie verfüttern in der Brutzeit Larven an ihre Jungen. Zudem sind die Tiere hilfreich im Kampf gegen Schnecken. Gärten mit Sträuchern bieten vielen Vögeln auch in der kalten Jahreszeit Nahrung. Schneidet man weniger Stauden und Gräser zurück, finden die Tiere in den hohlen Stängeln passende Leckereien und fressen außerdem übrig gebliebene Samenstände.

Biene bei der Bestäubung einer Blüte – wichtiger Helfer für Obst- und Gemüseernte im Garten.

Hilfe bei der Bestäubung

Hummeln, Bienen und Schmetterlinge sammeln den Nektar und bestäuben dabei Obst- und Gemüseblüten. Gärtner bemühen sich deshalb darum, es diesen Insekten so bequem wie möglich zu machen. Dazu integrieren sie sogenannte Trachtpflanzen in ihre Anlagen, die bestäubende Insekten anziehen.

Außerdem ist es ratsam, Kletterpflanzen an die Hauswände zu pflanzen. In ihnen halten sich Insekten und Vögel gern auf. Besonders häufig fliegen Bienen und Hummeln übrigens Sommerblumen an (Blumen, die von Juni bis September blühen).

Hilfreich ist es außerdem, wenn man von einer Sorte gleich mehrere Blumen setzt. Junge Bienen und Hummeln müssen das Sammeln bestimmter Sorten erst erlernen. Zusätzlich kann auch ein Insektenhotel an einem sonnigen und windgeschützten Standort aufgestellt werden.

Gern nehmen bestäubende Insekten außerdem Wasserstellen an. Wer Gemüsepflanzen hat, sollte durchaus einige davon in die Höhe schießen und blühen lassen. Besonders Knoblauch lockt mit seinem Duft Insekten an.

Frosch am Gartenteich – frisst Insekten, Asseln und Nacktschnecken und hält den Garten im Gleichgewicht.

Frösche und Kröten

Schädliche Insekten, Asseln und Nacktschnecken werden mit einem Zungenschlag von Fröschen und Kröten gefressen – für beide sind sie eine Leibspeise. Sonst unterscheiden sie sich aber in einigen Punkten: Kröten besitzen eine ledrige Haut und sind weniger auf wassernahe Lebensräume angewiesen, Frösche haben dagegen eine glatte Haut und Schwimmhäute zwischen den Zehen.

Man kann einen Teich mit flachem und bewachsenem Ufer anlegen, an dem sich neben Fröschen auch Libellen, Eidechsen, Blindschleichen und Vögel ansiedeln. In einem Gartenteich können sie ihren Durst stillen und teilweise ihre Eier ablegen. Blühende Wasserpflanzen wie Seerosen ziehen die nützlichen Tierarten an. Wenn der Platz knapp ist, kann man eine alte Regentonne in den Boden eingraben, mit Wasser füllen und eine Seerose dort ansiedeln.

Regenwurm im Boden – verbessert als Nützling Bodenklima, Belüftung und Humusbildung im Garten.

Helfer für bessere Böden

Wer Regenwürmer in der Erde findet, kann sich freuen: Sie sorgen für ein verbessertes Bodenklima, worüber sich die dort wachsenden Pflanzen freuen. Die Würmer schichten ständig Erde um und lockern sie dabei auf. Außerdem produzieren sie Humus, während sie sich bis zu zwei Meter tief bewegen, und graben Röhren, die zu einer besseren Sauerstoffversorgung des Bodens führen. So können Bakterien die Reste abgestorbener Pflanzen leichter zersetzen, der Boden wird gleichmäßiger mit Wasser versorgt und Wurzeln haben mehr Platz zum Wachsen.

Regenwürmer kleiden ihre Röhren zusätzlich mit Schleim und Exkrementen aus, um ihnen mehr Stabilität zu verleihen. Dies dient den Pflanzen als natürlicher Dünger – wie auch der Wurmkot, der an der Erdoberfläche ausgeschieden wird. Er besitzt mehr Kalium, Stickstoff und Phosphor als Kompost, weil Regenwürmer in tieferen Erdschichten viele Nährstoffe aufnehmen.

Möchte man viele nützliche Tiere im heimischen Garten, sollte man viele unterschiedliche Pflanzenarten ansiedeln und unterschiedliche Lebensbedingungen schaffen. Idealerweise gibt es sowohl Wälle mit besonnten, trockenen Stellen als auch feuchte, schattige Plätze. Es macht auch Sinn, an einigen Plätzen nährstoffarmen Boden zu lassen und Stellen mit Kies oder Sand anzubieten. Lockerer Boden ist ein gutes Versteck für Erdhummeln. Trockenmauern sowie bepflanzte Steintröge oder Steinhaufen sind ebenfalls Lebensräume für nützliche Pflanzen und Tiere.