Ratgeber
Allergien bei Pferden
Allergien zeigen sich bei Pferden vor allem als Sommerekzem, Futtermittel- oder Atemwegsallergie – mit Symptomen wie Juckreiz, Scheuern oder Husten. Wie Sie Auslöser erkennen, meiden und Ihrem Pferd Linderung verschaffen, lesen Sie hier.
Pferde können, wie auch wir Menschen, auf viele verschiedene Substanzen allergisch reagieren. Die dabei am häufigsten auftretenden Allergien sind auf Insekten, verschiedene Umwelteinflüsse wie Gräser, Pollen oder Pilze sowie Milben und Futtermittel zurückzuführen. Auch eine Stauballergie kann sich bei Pferden entwickeln.
Vorbeugung allergischer Reaktionen
Therapien bei Allergien
Gerade bei akut auftretenden Allergien mit starken Symptomen wie großflächigen Hautveränderungen sowie Schwellungen, Fieber und Photosensibilität sollte eine Notfallbehandlung durch den Tierarzt eingeleitet werden.
Anschließend sollte dann eine ganzheitlich wirkende Therapie erfolgen. Vor allem Ursachenforschung sollte dann Priorität haben. Hier helfen gut ausgebildete Therapeuten und Tierheilpraktiker. Ihre Therapie beruht auf eine tiefgreifende Anamnese, bei der alle Lebensumstände des Pferdes mit einbezogen werden. Und genau hier ist auch der Ansatz eines ganzheitlichen Therapiekonzeptes. Sowohl die Fütterung wie auch die Haltung der Tiere sollte umgestellt und optimiert werden.
Bei einer Allergie auf Staub und Pilzsporen muss zwingend auf eine staub- und schimmelpilzfreie Haltung und Fütterung der Tiere geachtet werden. Das bedeutet qualitativ hochwertiges Heu und Kraftfutter zu geben und auch auf eine entsprechendePferdeeinstreuzu achten. Sie sollte entstaubt und frei von Pilzsporen sein.
Grundlegend ist es allerdings wichtig, auf die Regulation des Immunsystems zu achten. Aber Vorsicht! Hier ist es kontraproduktiv immunstimulierende bzw. -steigernde Präparate zu verabreichen, da das Immunsystem ohnehin schon überreagiert!
Allergien erkennen und behandeln
Die Diagnose einer Allergie gestaltet sich immer schwierig. Dabei müssen Sie einiges beachten. Meist wird sie durch ein Ausschlussverfahren erstellt und dann durch entsprechende Tests untersucht. Bei Allergien gegen Futtermittel lässt sich die Ursache meist schnell abstellen. Bei einer Umwelt- oder Insektenallergie jedoch ist die Behandlung deutlich schwieriger. Und leider können hier meist auch nur die Symptome behandelt werden, da sich die Ursache schwer finden lässt. Bei einer Allergie gegen Insekten, auch Sommerekzem genannt, kann man den Juckreiz lindern und durch entsprechende Insektenabwehrdecken und -sprays die Insektenzahl eindemmen. Auch ist es sinnvoll, das Pferd in der Nacht auf die Wiese zu lassen da in dieser Zeit deutlich weniger Insekten umherfliegen.
Eine Desensibilisierung ist bei Pferden leider sehr schwierig. Gerade bei Insektenallergie geradezu unmöglich, da von den vielen verschiedenen Mückenarten noch nicht alle Allergene bekannt sind.
Bei starken Allergiesymptomen wird in der Regel mit Kortison behandelt, um eine schnelle Linderung zu schaffen. Kortison sollte jedoch aufgrund der schweren Nebenwirkungen nicht für eine Langzeittherapie eingesetzt werden und wird auch nicht von jedem Pferd gut vertragen.
Sollte Ihr Pferd unter einer Stauballergie leiden, muss die Belastung der Atemwege und der Lunge unbedingt verringert werden. In diesem Fall sollte der Stall Ihres Pferdes ein gutes, staubfreies Klima besitzen. Am Besten ist es, wenn das Pferd den ganzen Tag an der frischen Luft sein kann. Gerade bei der Heuftterung sollten Sie auf staubfreies Heu achten und es zur Not wässern.
Wie bereits beschrieben, ist es schwer die Ursache von Allergien zu finden. Auch die Therapie ist schwierig und muss auf jedes Pferd individuell abgestimmt werden. Wichtig ist, dass man seinem Pferd schon vor einer Erkrankung artgerecht hält und füttert, um eine Allergie gar nicht erst entstehen zu lassen. Wer die Allergie seines Pferdes gut im Griff hat muss allerdings den Rest des Pferdelebens immer auf der Hut sein und auf alle Lebensumstände genau achten, damit sie nicht wieder ausbricht.
In unserem Leitfaden rund ums Reiten geben wir weitere Informationen für Anfänger und Tipps rund um das Reiten lernen in Dresden.