Ratgeber

Paprika und Tomaten selber ziehen.

Paprika und Tomaten lassen sich ab Februar auf der Fensterbank vorziehen: warm und hell aussäen, pikieren, abhärten und nach den Eisheiligen ins Beet oder Gewächshaus setzen. So gelingt die Anzucht aus Samen. Die Anleitung finden Sie hier.

Was wird benötigt?

Zunächst braucht man natürlich Samen. Bei der Paprika sollte man nur aus vollreifen roten Schoten die Kerne entfernen. Direkt im März kann man die frischen Kerne verwenden – ansonsten sollte man sie säubern, trocknen und bis zum Frühjahr aufbewahren.

Gut ist, wenn man eine Fensterbank an der Südseite hat. Ist dem nicht so, müssen Sie die Aussaat mit Pflanzenlicht, also einer Wachstumslampe, unterstützen. Des Weiteren sind:

  • ein Minigewächshaus oder entsprechende Folie,
  • Torf- oder Joghurtbecher,
  • Bambusstäbe zum Stabilisieren der gewachsenen Pflanzen,
  • eventuell Dünger und
  • Aussaaterde bzw. Anzuchterde

nötig.

Beim Samenkauf von Tomaten ist zu beachten, dass es im Baumarkt, Gartencenter und Supermarkt oft nur Hybridsorten gibt. Auf diesen Packungen steht „F1“, „F1-Hybrid“ oder „veredelt“. Diese manipulierten Sorten gelten als Einbahnstraße, da aus ihnen gewonnene Tomatensamen nicht das ursprüngliche Ergebnis erzielen werden. Gefällt einem die Tomatenpflanze des einen Jahres, so kann man aus dieser keine gleiche für das nächste Jahr ziehen. Im Onlinehandel findet man dagegen hunderte Tomatensorten zur Auswahl – von klein und rosa bis hin zu sehr spät und sehr fleischig.

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Tomaten ziehen und anpflanzen.

Tomaten lassen sich in einem leicht geheizten Wohnraum ziehen; vermeiden sollte man allerdings Nordfenster. Der passende Zeitpunkt liegt zwischen Mitte Februar und Mitte März, je nach Helligkeit der gewünschten Fensterbank. Alternativ können die Samen auch draußen gezogen werden, dann allerdings erst von Mitte Mai bis Anfang Juni, wenn die Nachttemperatur 15 Grad nicht mehr unterschreitet.

Möchte man Tomatenpflanzen in einem ungeheizten Gewächshaus aansäen, empfiehlt sich der Zeitraum von Mitte März bis Mitte April. Bei einem sehr lichtdurchfluteten und beheizten Gewächshaus kann es auch schon in der letzten Februarwoche losgehen.

Wir erklären exemplarisch das Vorgehen für die Fensterbank. Dabei werden die Anzuchtgefäße bis zu einem Zentimeter unter den Rand mit passender Erde gefüllt, dann wird gegossen und schließlich werden die Tomatensamen aufgelegt. Bei einem 5–6 cm großem Topf empfiehlt sich ein Samen. Im Anschluss bedeckt man die Samen mit etwas Aussaaterde, drückt sie an und gießt bei Bedarf noch mal ein wenig. Auf der Fensterbank dauert es ca. 10 Tage, bis die ersten Pflanzen erscheinen. In dieser Zeit darf die Erde nie austrocknen.

Nach dem Keimen erscheinen die sogenannten Keimblätter. Zudem schauen bald die Wurzeln unten aus den Anzuchtköpfen heraus. Ein Tipp für besseres Wachstum und robustere Pflanzen ist das leichte Schütteln. Zwei bis drei Mal am Tag kann man die Blätter vorsichtig schütteln oder einen Ventilator auf niedrigster Stufe für wenige Minuten daneben stellen.

Bald müssen die Tomaten in größere Töpfe umgepflanzt werden. Dort sollten sie einige Zentimeter tiefer in der Erde sein. Dadurch wird das „Vergeilen“ verhindert. Ins Freie bringen sollte man die Tomatenpflanzen erst nach den Eisheiligen.

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Selbst gezogenen Paprika anpflanzen.

Da er ursprünglich nicht aus unserer Region kommt, kann der Paprika das Klima zu schaffen machen. Im Vergleich mit anderem Fruchtgemüse benötigt die Paprikapflanze mehr Licht, Wärme und Zeit.

Dennoch lohnt es sich nicht, sie vor Anfang März vorzuziehen. Gibt es nämlich zu wenig Licht, bilden die Keimlinge zu schwache Triebe, die langstielig sind und „Vergeilen“, da ihre Keimblättchen Chlorophyllmangel erleiden.

Um vom Samenkorn zum Keimling zu gelangen, muss man gegebenenfalls die getrockneten Paprikasamen etwa einen Tag lang wässern und danach einen Samen pro Becher bzw. Topf ca. 1 cm tief in die Erde hineinstecken. Der Samen sollte mit leicht angedrückter Erde bedeckt sein.

Die Töpfchen kommen dann in das Zimmergewächshaus bzw. unter die Folie auf die Fensterbank. Dort muss jeden Tag gelüftet werden, damit kein Schimmel entsteht. Die ersten Keimlinge sollten zwei bis drei Wochen später sprüngen, wenn sie konstant bei feuchtwarmen 25 °C verweilten.

Pflanzt man Paprika in ein Gewächshaus, so gelingt der Anbau zuverlässiger, weil die Pflanzen dort vor Wind und Wetter geschützt sind. Dementsprechend blühen sie eher und können bereits ab Juli geerntet werden. Bei Freiland- oder Balkonpaprika ist dagegen erst ab August bis Oktober mit der Ernte zu rechnen.